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Webdesign

Was ich an meiner eigenen Website falsch gemacht habe

Drei Fehler in meinem ersten Auftritt: Gestaltung, die nach Vorlage aussah, Inhalte, die ohne JavaScript unsichtbar waren, und Texte, die sich selbst erklärten.

2026-09-036 Min. Lesezeit

Ich habe meine eigene Website neu gebaut. Der vorherige Auftritt stand etwa ein Jahr und hatte drei Fehler, die ich hier aufschreibe, weil sie typisch sind und weil sie mir selbst passiert sind.

Fehler 1: Gestaltung, die man auf jeder zweiten Seite sieht

Die alte Seite hatte einen dunklen Hintergrund, einen Farbverlauf über der Überschrift, einen Glow hinter dem Kopfbereich, Partikel im Hintergrund und Karten mit Glas-Effekt. Einzelne davon sehen gut aus. Zusammen ergeben sie den Auftritt, den man sofort wiedererkennt — nicht weil er eigenständig ist, sondern weil er einer Vorlage folgt.

Dazu kamen Effekte, die ich beim Bauen beeindruckend fand und beim Lesen nur im Weg: Text, der sich beim Scrollen einblendet, Karten, die sich zur Maus hin neigen, ein Hintergrund, der sich mitbewegt. Keines davon hilft jemandem, herauszufinden, ob ich der richtige Ansprechpartner ist.

Was ich geändert habe: Ein einziger Akzentton, Haarlinien statt schwebender Karten, eine Serifenschrift für Überschriften und eine gut lesbare Schrift für den Text. Keine Effekte, die etwas ankündigen, was danach nicht kommt.

Fehler 2: Inhalte, die ohne JavaScript unsichtbar waren

Dieser Fehler war der schlimmste, und ich habe ihn lange nicht bemerkt. Die Einblendanimationen kamen aus JavaScript und begannen bei Deckkraft null. Dieser Startzustand landete im ausgelieferten HTML: dreißig Elemente wurden unsichtbar an den Browser geschickt und erst sichtbar, wenn das Skript sie einblendete.

Solange alles lief, sah es richtig aus. Sobald das Skript nicht lief oder die Verbindung abbrach, war die Seite leer — nur der Kopfbereich, darunter nichts. Aufgefallen ist es mir, als ich die Seite aufrief, während der lokale Server gerade neu startete.

Bemerkenswert daran: Meine eigenen Prüfskripte hatten „alles in Ordnung" gemeldet. Sie lasen den Text aus dem Dokument, und Text, der auf Deckkraft null steht, ist im Dokument trotzdem vorhanden. Ich habe Zahlen gemessen und nicht auf den Bildschirm geschaut.

Was ich geändert habe: Die Einblendungen laufen jetzt als CSS-Animationen. Die starten ohne Skript und enden immer sichtbar. Eine Seite kann nicht mehr leer bleiben, weil ein Skript nicht geladen wurde.

Fehler 3: Texte, die sich selbst erklärten

Auf meiner Blog-Seite stand: „Keine SEO-Füllartikel. Hier steht nur, was ich aus echten Projekten mitnehmen kann." Der Satz sagt nichts über den Inhalt. Er sagt etwas über den Text — nämlich, dass er nicht nach Werbung klingen möchte. Wer sich gegen einen Verdacht verteidigt, erzeugt ihn.

Dasselbe Muster stand auf fast jeder Seite: „Kein Baukasten, sondern handgeschriebener Code", „Kein Verkaufsgespräch, keine 40 Seiten", „Keine Werte, sondern Regeln". Einmal ist so ein Satz pointiert. Auf jeder Seite wird er zur Floskel.

Was ich geändert habe: Ich habe diese Sätze gestrichen statt sie umzuformulieren. Übrig bleibt, was eine neue Tatsache liefert: „Sie schicken mir Ihre Adresse und bekommen eine Einschätzung per E-Mail — innerhalb eines Werktags." Kein Satz erklärt mehr, was der Abschnitt nicht ist.

Was daraus für Ihre Seite folgt

Prüfen Sie drei Dinge an Ihrem eigenen Auftritt:

  • Lädt die Seite mit abgeschaltetem JavaScript? Öffnen Sie sie mit deaktiviertem Skript. Wenn Inhalte fehlen, hängen sie an etwas, das ausfallen kann.
  • Könnten Sie die Gestaltung einem anderen Betrieb zuordnen? Wenn ja, ist es keine Gestaltung, sondern eine Vorlage.
  • Beginnt ein Absatz mit „Kein" oder „Nicht"? Streichen Sie den Satz. Meistens trägt die Überschrift die Aussage schon.

Wenn Sie das nicht selbst prüfen wollen: Unter kostenlose Ersteinschätzung schaue ich mir Ihre Seite an und schreibe Ihnen, was ich ändern würde.

Frage dazu, die hier offen bleibt?

Schreiben Sie mir kurz. Ich antworte Ihnen direkt — und wenn die Frage häufig kommt, schreibe ich einen Artikel darüber.

Oder direkt: kontakt@azemi-digital.de